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- Das Ziel der Wissenschaftsgeschichte (im Sinne einer Wissenschaftsgeschichtsschreibung) ist es, die historische Entstehung und Entwicklung der Wissenschaften und ihrer jeweiligen Disziplinen nachzuzeichnen. Hierzu bedient sie sich u. a. der Methoden der Geschichtsforschung. Dabei stammen Wissenschaftler, die Wissenschaftsgeschichte betreiben, oft selbst aus der Disziplin, die sie historisch bearbeiten. Wissenschaftsgeschichte erscheint dann als historischer Teil der jeweiligen Fachdisziplin. Die englische Übersetzung von Wissenschaftsgeschichte ist nicht history of science, sondern history of research and scholarship (auch academic history, history of academia). Dabei werden sciences und humanities getrennt betrachtet. Außer der Geschichte wissenschaftlicher Praxis, Theorien und Erkenntnisse können auch weitere Themengebiete Inhalt der Wissenschaftsgeschichte sein: z. B. Biographien ausgewählter Forscher, wissenschaftlich bedeutsame Expeditionen oder die Entwicklung wissenschaftlicher Zeitschriften, Verlage, Sammlungen oder Organisationen. Auch die Geschichte wissenschaftlicher Ausbildungsordnungen und Abschlüsse fällt in den Bereich der Wissenschaftsgeschichte. Neuere Ansätze beschäftigen sich vor allem mit den praktischen Dimensionen der Wissenschaften (practical turn), mit ihren Objekten, Repräsentationen und Instrumenten sowie mit den sozialen Dimensionen der wissenschaftlichen Praxis. Bei zahlreichen wissenschaftshistorischen Fragestellungen kann es zu starken Überschneidungen mit der allgemeinen Geschichtsforschung, der Technikgeschichte, der Wissenschaftstheorie und der Wissenschaftssoziologie kommen. Aus diesem Grund wird häufig die aus dem angloamerikanischen Bereich übernommene Bezeichnung STS (science, technology & society) verwendet, die, im Gegensatz zu Namen wie Geschichte der Naturwissenschaft oder Wissenschaftsgeschichte, die Breite des zu untersuchenden Gegenstandsbereichs betont.
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