Als Westfeldzug wird die erfolgreiche militärische Offensive der deutschen Wehrmacht im Westen während des Zweiten Weltkriegs vom 10. Mai bis 25. Juni 1940 bezeichnet. Sie führte zur Besetzung der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs (Fall Gelb) sowie zur militärischen Niederlage Frankreichs (Fall Rot) und endete mit dem Waffenstillstand von Compiègne. Der Westfeldzug ist als „Blitzkrieg“ bekannt geworden, wurde aber nicht als solcher geplant. Eher zufällig führte der operative Einsatz der Panzer- und der Luftwaffe zu einem unerwarteten Bewegungskrieg, der durch sein neues Kriegsbild einen Wendepunkt der Kriegsgeschichte markierte.

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  • Als Westfeldzug wird die erfolgreiche militärische Offensive der deutschen Wehrmacht im Westen während des Zweiten Weltkriegs vom 10. Mai bis 25. Juni 1940 bezeichnet. Sie führte zur Besetzung der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs (Fall Gelb) sowie zur militärischen Niederlage Frankreichs (Fall Rot) und endete mit dem Waffenstillstand von Compiègne. Der Westfeldzug ist als „Blitzkrieg“ bekannt geworden, wurde aber nicht als solcher geplant. Eher zufällig führte der operative Einsatz der Panzer- und der Luftwaffe zu einem unerwarteten Bewegungskrieg, der durch sein neues Kriegsbild einen Wendepunkt der Kriegsgeschichte markierte. Als Reaktion auf den deutschen Überfall auf Polen hatten Frankreich und Großbritannien dem Deutschen Reich am 3. September 1939 den Krieg erklärt, ohne militärisch wirksam einzugreifen. Dieser „Sitzkrieg“ endete erst Anfang April 1940, als es zu einem britisch-deutschen Wettlauf um die Besetzung Norwegens kam. Das „Unternehmen Weserübung“ war Anfang Mai weitgehend zugunsten des Deutschen Reichs entschieden, woraufhin der Angriffsbefehl im Westen erteilt wurde. In Hitlers Proklamation an die Armeen der Westfront (10. Mai 1940) lautete der Schlusssatz: „Der heute beginnende Kampf entscheidet das Schicksal der deutschen Nation für die nächsten tausend Jahre.“ In einer Art „Sichelschnitt“ drangen deutsche Panzerverbände, teils eigenmächtig handelnd, binnen weniger Tage durch die Ardennen bis zur Kanalküste vor und kreisten die teilweise nach Belgien vorgerückten britisch-französischen Truppen ein. Das Gros des britischen Expeditionskorps und Teile der französischen Armee konnten jedoch während der Schlacht von Dünkirchen nach Großbritannien evakuiert werden. Am 14. Mai um 20:30 Uhr wurde per Rundfunk die Gesamtkapitulation der niederländischen Streitkräfte verkündet. Am 28. Mai um 4 Uhr stellte die belgische Armee das Feuer ein und kapitulierte bedingungslos. In Belgien wird die – vergebliche – Verteidigung des Landes als Campagne des 18 jours bezeichnet (10. bis 28. Mai = 18 Tage). Von den besetzten Benelux-Ländern aus erfolgte Anfang Juni der Angriff auf das französische Kernland, der mit der Besetzung von Paris am 14. Juni vorentschieden wurde. Der Waffenstillstand, der am 25. Juni 1940 in Kraft trat, teilte Frankreich in ein unbesetztes Gebiet im Südosten, in eine deutsche Besatzungszone, die den Großteil Frankreichs im Westen und Norden umfasste, sowie in eine italienische Zone in den Westalpen, die sich Benito Mussolini durch seinen Kriegseintritt in der Endphase des Feldzugs sichern konnte. Der Krieg gegen Großbritannien wurde mit der Luftschlacht um England und im Seekrieg (Atlantikschlacht) fortgeführt. (de)
  • Als Westfeldzug wird die erfolgreiche militärische Offensive der deutschen Wehrmacht im Westen während des Zweiten Weltkriegs vom 10. Mai bis 25. Juni 1940 bezeichnet. Sie führte zur Besetzung der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs (Fall Gelb) sowie zur militärischen Niederlage Frankreichs (Fall Rot) und endete mit dem Waffenstillstand von Compiègne. Der Westfeldzug ist als „Blitzkrieg“ bekannt geworden, wurde aber nicht als solcher geplant. Eher zufällig führte der operative Einsatz der Panzer- und der Luftwaffe zu einem unerwarteten Bewegungskrieg, der durch sein neues Kriegsbild einen Wendepunkt der Kriegsgeschichte markierte. Als Reaktion auf den deutschen Überfall auf Polen hatten Frankreich und Großbritannien dem Deutschen Reich am 3. September 1939 den Krieg erklärt, ohne militärisch wirksam einzugreifen. Dieser „Sitzkrieg“ endete erst Anfang April 1940, als es zu einem britisch-deutschen Wettlauf um die Besetzung Norwegens kam. Das „Unternehmen Weserübung“ war Anfang Mai weitgehend zugunsten des Deutschen Reichs entschieden, woraufhin der Angriffsbefehl im Westen erteilt wurde. In Hitlers Proklamation an die Armeen der Westfront (10. Mai 1940) lautete der Schlusssatz: „Der heute beginnende Kampf entscheidet das Schicksal der deutschen Nation für die nächsten tausend Jahre.“ In einer Art „Sichelschnitt“ drangen deutsche Panzerverbände, teils eigenmächtig handelnd, binnen weniger Tage durch die Ardennen bis zur Kanalküste vor und kreisten die teilweise nach Belgien vorgerückten britisch-französischen Truppen ein. Das Gros des britischen Expeditionskorps und Teile der französischen Armee konnten jedoch während der Schlacht von Dünkirchen nach Großbritannien evakuiert werden. Am 14. Mai um 20:30 Uhr wurde per Rundfunk die Gesamtkapitulation der niederländischen Streitkräfte verkündet. Am 28. Mai um 4 Uhr stellte die belgische Armee das Feuer ein und kapitulierte bedingungslos. In Belgien wird die – vergebliche – Verteidigung des Landes als Campagne des 18 jours bezeichnet (10. bis 28. Mai = 18 Tage). Von den besetzten Benelux-Ländern aus erfolgte Anfang Juni der Angriff auf das französische Kernland, der mit der Besetzung von Paris am 14. Juni vorentschieden wurde. Der Waffenstillstand, der am 25. Juni 1940 in Kraft trat, teilte Frankreich in ein unbesetztes Gebiet im Südosten, in eine deutsche Besatzungszone, die den Großteil Frankreichs im Westen und Norden umfasste, sowie in eine italienische Zone in den Westalpen, die sich Benito Mussolini durch seinen Kriegseintritt in der Endphase des Feldzugs sichern konnte. Der Krieg gegen Großbritannien wurde mit der Luftschlacht um England und im Seekrieg (Atlantikschlacht) fortgeführt. (de)
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  • * 46.059 Tote (Heer)
  • * 600–700 Tote und Vermisste (Kriegsmarine)
  • * ca. 3.200 Tote und Vermisste (Luftwaffe)
  • * insgesamt rund 49.000 Tote
  • 1.559 Flugzeuge
  • 1.900.000 Gefangene,
  • 1.921 Flugzeuge
  • 110.034 Verwundete,
  • 18.384 Vermisste;
  • 1944 festgestellt:
  • 27.074–49.000 Tote,
  • 360.000 tot oder verwundet,
  • 714 Panzer,
  • ? Panzer,
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  • (ab 10. Juni)
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  • 1940-06-25 (xsd:date)
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  • 4130755-0
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  • deutscher Sieg
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  • 120.000 Lkw
  • 13.974 Geschütze,
  • 141 Divisionen,
  • 144 Divisionen,
  • 2.445 Panzer,
  • 2.862.000 Soldaten,
  • 3.350.000 Soldaten,
  • 3.384 Panzer,
  • 3.578 Flugzeuge,
  • 300.000 Lkw (nur franz.)
  • 4.469 Flugzeuge,
  • 7.378 Geschütze,
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  • Als Westfeldzug wird die erfolgreiche militärische Offensive der deutschen Wehrmacht im Westen während des Zweiten Weltkriegs vom 10. Mai bis 25. Juni 1940 bezeichnet. Sie führte zur Besetzung der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs (Fall Gelb) sowie zur militärischen Niederlage Frankreichs (Fall Rot) und endete mit dem Waffenstillstand von Compiègne. Der Westfeldzug ist als „Blitzkrieg“ bekannt geworden, wurde aber nicht als solcher geplant. Eher zufällig führte der operative Einsatz der Panzer- und der Luftwaffe zu einem unerwarteten Bewegungskrieg, der durch sein neues Kriegsbild einen Wendepunkt der Kriegsgeschichte markierte. (de)
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