Eine Stellfalle (auch Stellschütz genannt) ist je nach Bauform ein Schutzbrett oder eine kleine Schleuse. In der Wasserwirtschaft dient eine Stellfalle zur Regulierung von Wassermengen etwa bei der Ausleitung von Fluss- oder Bachwasser in Kanäle. Dabei wird zur Vermeidung von Versandung der Kanäle der Stellfalle häufig ein Sandfang zur Abscheidung mitgeführter fester Stoffe vorgeschaltet. In Freiburg diente der Sandfang bei der Ausleitung des Dreisamwassers in den Industriekanal bis ins 19. Jahrhundert zur Sandgewinnung. Wenn ein Kanal an einer Stelle mit mehreren Stellfallen aufgeteilt wird, spricht man von einem Teiler. Der Vorteil von Stellfallen liegt in der Möglichkeit, Zuleitungsgräben nicht zu lang werden zu lassen.

Property Value
dbo:abstract
  • Eine Stellfalle (auch Stellschütz genannt) ist je nach Bauform ein Schutzbrett oder eine kleine Schleuse. In der Wasserwirtschaft dient eine Stellfalle zur Regulierung von Wassermengen etwa bei der Ausleitung von Fluss- oder Bachwasser in Kanäle. Dabei wird zur Vermeidung von Versandung der Kanäle der Stellfalle häufig ein Sandfang zur Abscheidung mitgeführter fester Stoffe vorgeschaltet. In Freiburg diente der Sandfang bei der Ausleitung des Dreisamwassers in den Industriekanal bis ins 19. Jahrhundert zur Sandgewinnung. Wenn ein Kanal an einer Stelle mit mehreren Stellfallen aufgeteilt wird, spricht man von einem Teiler. Der Vorteil von Stellfallen liegt in der Möglichkeit, Zuleitungsgräben nicht zu lang werden zu lassen. Stellfallen sind bzw. waren im Schwarzwald zur Wiesenbewässerung häufig anzutreffen, während man im Siegerland bevorzugt Kaskaden einsetzte. Da Stellfallen den Wasserfluss für flussabwärtsliegende Nutzer reduzieren, sind üblicherweise das Öffnen und Schließen dieser Schleuseneinrichtung je nach Wasserangebot oder auch zeitlich geregelt. In Freiburg fällt diese Aufgabe dem Runzmeister zu. Zum Schutz vor unbefugtem Öffnen wurden Vorhängeschlösser eingesetzt. Den Fall einer unerlaubt verstellten Stellfalle bearbeitete der Dichter Joseph Victor von Scheffel im Frühjahr 1850 während seiner Zeit als Rechtspraktikant auf dem Bezirksamt in Säckingen. Der Begriff Stellfalle scheint hauptsächlich im Südwesten Deutschlands gebräuchlich zu sein. Der Freiburger Unternehmer Carl Mez musste 1883 den Schlüssel zur Stellfalle an das Wasser- und Straßenbauamt abtreten, nachdem ihm vorgeworfen wurde, selbige zum Nachteil der Freiburger Bächle „nach eigenen Gutfinden und vielleicht nach eigenem Vortheile“ bedient zu haben. (de)
  • Eine Stellfalle (auch Stellschütz genannt) ist je nach Bauform ein Schutzbrett oder eine kleine Schleuse. In der Wasserwirtschaft dient eine Stellfalle zur Regulierung von Wassermengen etwa bei der Ausleitung von Fluss- oder Bachwasser in Kanäle. Dabei wird zur Vermeidung von Versandung der Kanäle der Stellfalle häufig ein Sandfang zur Abscheidung mitgeführter fester Stoffe vorgeschaltet. In Freiburg diente der Sandfang bei der Ausleitung des Dreisamwassers in den Industriekanal bis ins 19. Jahrhundert zur Sandgewinnung. Wenn ein Kanal an einer Stelle mit mehreren Stellfallen aufgeteilt wird, spricht man von einem Teiler. Der Vorteil von Stellfallen liegt in der Möglichkeit, Zuleitungsgräben nicht zu lang werden zu lassen. Stellfallen sind bzw. waren im Schwarzwald zur Wiesenbewässerung häufig anzutreffen, während man im Siegerland bevorzugt Kaskaden einsetzte. Da Stellfallen den Wasserfluss für flussabwärtsliegende Nutzer reduzieren, sind üblicherweise das Öffnen und Schließen dieser Schleuseneinrichtung je nach Wasserangebot oder auch zeitlich geregelt. In Freiburg fällt diese Aufgabe dem Runzmeister zu. Zum Schutz vor unbefugtem Öffnen wurden Vorhängeschlösser eingesetzt. Den Fall einer unerlaubt verstellten Stellfalle bearbeitete der Dichter Joseph Victor von Scheffel im Frühjahr 1850 während seiner Zeit als Rechtspraktikant auf dem Bezirksamt in Säckingen. Der Begriff Stellfalle scheint hauptsächlich im Südwesten Deutschlands gebräuchlich zu sein. Der Freiburger Unternehmer Carl Mez musste 1883 den Schlüssel zur Stellfalle an das Wasser- und Straßenbauamt abtreten, nachdem ihm vorgeworfen wurde, selbige zum Nachteil der Freiburger Bächle „nach eigenen Gutfinden und vielleicht nach eigenem Vortheile“ bedient zu haben. (de)
dbo:thumbnail
dbo:wikiPageID
  • 4418742 (xsd:integer)
dbo:wikiPageRevisionID
  • 158441449 (xsd:integer)
dct:subject
rdfs:comment
  • Eine Stellfalle (auch Stellschütz genannt) ist je nach Bauform ein Schutzbrett oder eine kleine Schleuse. In der Wasserwirtschaft dient eine Stellfalle zur Regulierung von Wassermengen etwa bei der Ausleitung von Fluss- oder Bachwasser in Kanäle. Dabei wird zur Vermeidung von Versandung der Kanäle der Stellfalle häufig ein Sandfang zur Abscheidung mitgeführter fester Stoffe vorgeschaltet. In Freiburg diente der Sandfang bei der Ausleitung des Dreisamwassers in den Industriekanal bis ins 19. Jahrhundert zur Sandgewinnung. Wenn ein Kanal an einer Stelle mit mehreren Stellfallen aufgeteilt wird, spricht man von einem Teiler. Der Vorteil von Stellfallen liegt in der Möglichkeit, Zuleitungsgräben nicht zu lang werden zu lassen. (de)
  • Eine Stellfalle (auch Stellschütz genannt) ist je nach Bauform ein Schutzbrett oder eine kleine Schleuse. In der Wasserwirtschaft dient eine Stellfalle zur Regulierung von Wassermengen etwa bei der Ausleitung von Fluss- oder Bachwasser in Kanäle. Dabei wird zur Vermeidung von Versandung der Kanäle der Stellfalle häufig ein Sandfang zur Abscheidung mitgeführter fester Stoffe vorgeschaltet. In Freiburg diente der Sandfang bei der Ausleitung des Dreisamwassers in den Industriekanal bis ins 19. Jahrhundert zur Sandgewinnung. Wenn ein Kanal an einer Stelle mit mehreren Stellfallen aufgeteilt wird, spricht man von einem Teiler. Der Vorteil von Stellfallen liegt in der Möglichkeit, Zuleitungsgräben nicht zu lang werden zu lassen. (de)
rdfs:label
  • Stellfalle (de)
  • Stellfalle (de)
owl:sameAs
prov:wasDerivedFrom
foaf:depiction
foaf:isPrimaryTopicOf
is dbo:wikiPageRedirects of
is foaf:primaryTopic of