Niketas Choniates (mittelgriechisch Νικήτας Χωνιάτης; * um 1155 in Chonai; † 1217 in Nikaia) war ein byzantinischer Staatsmann und Geschichtsschreiber. Niketas kam in jungen Jahren zusammen mit seinem älteren Bruder Michael nach Konstantinopel, wo er eine umfassende Ausbildung erhielt. Später trat er in den Staatsdienst und wurde in der Hauptstadt Sekretär, gab diesen Posten jedoch nach der Ermordung von Kaiser Alexios II. Komnenos im Jahre 1183 auf und zog sich ins Privatleben zurück. 1185 trat er wieder in den Staatsdienst ein und war unter anderem dafür verantwortlich, die Teilnehmer des 3. Kreuzzugs im Zaum zu halten.

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  • Niketas Choniates (mittelgriechisch Νικήτας Χωνιάτης; * um 1155 in Chonai; † 1217 in Nikaia) war ein byzantinischer Staatsmann und Geschichtsschreiber. Niketas kam in jungen Jahren zusammen mit seinem älteren Bruder Michael nach Konstantinopel, wo er eine umfassende Ausbildung erhielt. Später trat er in den Staatsdienst und wurde in der Hauptstadt Sekretär, gab diesen Posten jedoch nach der Ermordung von Kaiser Alexios II. Komnenos im Jahre 1183 auf und zog sich ins Privatleben zurück. 1185 trat er wieder in den Staatsdienst ein und war unter anderem dafür verantwortlich, die Teilnehmer des 3. Kreuzzugs im Zaum zu halten. In der Folgezeit stieg er immer weiter in der Hierarchie des byzantinischen Staates auf (Richter, Verwalter der Finanzen), bis er schließlich den höchsten zivilen Posten bekleidete: er wurde Großlogothet. Der 4. Kreuzzug wurde auch für Niketas zu einer persönlichen Katastrophe. Er verlor seinen Besitz und konnte nur sein Leben und das seiner Familie retten. Er siedelte schließlich ins Kaiserreich Nikaia über. Dort wandte er sich desillusioniert über die Katastrophe von 1204 der Schriftstellerei zu, bevor er zwischen 1215 und 1217 in Nikaia verstarb. Das Hauptwerk des Niketas Choniates ist die Chronike diegesis, welche in 21 Büchern die Geschichte des Kaiserreiches von 1118 bis 1206 zum Gegenstand hat. Zudem widmete Niketas ein Werk den Baudenkmälern Konstantinopels, die während der Plünderung 1204 zerstört wurden (De Signis). Niketas Geschichtswerk wurde wohl mehrfach überarbeitet und ist chronologisch abgefasst. Die genauen Quellen des Niketas sind nicht bekannt. Er war aber teilweise Augenzeuge des Geschehens und berichtet weitgehend neutral über Innen- und Außenpolitik, aber auch über Hofintrigen. Eine Quelle stellt wohl das Werk des Johannes Kinnamos dar (bzw. dessen mögliche Vorlage). Die Objektivität des Niketas leidet, wenn er auf die Lateiner zu sprechen kommt, was im Hinblick auf sein persönliches Schicksal aber durchaus verständlich ist. Ebenso schlecht beurteilt er die Armenier aufgrund ihrer teilweisen Zusammenarbeit mit den Alamanen, d.h. Kreuzfahrern. Die Chronik des Niketas ist auf einem hohen Niveau verfasst worden und stark geprägt durch Reden nach antikem Vorbild, was auch durch die zahlreichen Zitate deutlich wird. Sie stellt die wichtigste Quelle für die byzantinische Geschichte des 12. Jahrhunderts und eine bedeutende für die Eroberung von 1204 dar. Die Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer in der Schilderung des Choniates fand eine literarische Verarbeitung und teilweise Zitierung im Roman Baudolino des italienischen Schriftstellers Umberto Eco. (de)
  • Niketas Choniates (mittelgriechisch Νικήτας Χωνιάτης; * um 1155 in Chonai; † 1217 in Nikaia) war ein byzantinischer Staatsmann und Geschichtsschreiber. Niketas kam in jungen Jahren zusammen mit seinem älteren Bruder Michael nach Konstantinopel, wo er eine umfassende Ausbildung erhielt. Später trat er in den Staatsdienst und wurde in der Hauptstadt Sekretär, gab diesen Posten jedoch nach der Ermordung von Kaiser Alexios II. Komnenos im Jahre 1183 auf und zog sich ins Privatleben zurück. 1185 trat er wieder in den Staatsdienst ein und war unter anderem dafür verantwortlich, die Teilnehmer des 3. Kreuzzugs im Zaum zu halten. In der Folgezeit stieg er immer weiter in der Hierarchie des byzantinischen Staates auf (Richter, Verwalter der Finanzen), bis er schließlich den höchsten zivilen Posten bekleidete: er wurde Großlogothet. Der 4. Kreuzzug wurde auch für Niketas zu einer persönlichen Katastrophe. Er verlor seinen Besitz und konnte nur sein Leben und das seiner Familie retten. Er siedelte schließlich ins Kaiserreich Nikaia über. Dort wandte er sich desillusioniert über die Katastrophe von 1204 der Schriftstellerei zu, bevor er zwischen 1215 und 1217 in Nikaia verstarb. Das Hauptwerk des Niketas Choniates ist die Chronike diegesis, welche in 21 Büchern die Geschichte des Kaiserreiches von 1118 bis 1206 zum Gegenstand hat. Zudem widmete Niketas ein Werk den Baudenkmälern Konstantinopels, die während der Plünderung 1204 zerstört wurden (De Signis). Niketas Geschichtswerk wurde wohl mehrfach überarbeitet und ist chronologisch abgefasst. Die genauen Quellen des Niketas sind nicht bekannt. Er war aber teilweise Augenzeuge des Geschehens und berichtet weitgehend neutral über Innen- und Außenpolitik, aber auch über Hofintrigen. Eine Quelle stellt wohl das Werk des Johannes Kinnamos dar (bzw. dessen mögliche Vorlage). Die Objektivität des Niketas leidet, wenn er auf die Lateiner zu sprechen kommt, was im Hinblick auf sein persönliches Schicksal aber durchaus verständlich ist. Ebenso schlecht beurteilt er die Armenier aufgrund ihrer teilweisen Zusammenarbeit mit den Alamanen, d.h. Kreuzfahrern. Die Chronik des Niketas ist auf einem hohen Niveau verfasst worden und stark geprägt durch Reden nach antikem Vorbild, was auch durch die zahlreichen Zitate deutlich wird. Sie stellt die wichtigste Quelle für die byzantinische Geschichte des 12. Jahrhunderts und eine bedeutende für die Eroberung von 1204 dar. Die Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer in der Schilderung des Choniates fand eine literarische Verarbeitung und teilweise Zitierung im Roman Baudolino des italienischen Schriftstellers Umberto Eco. (de)
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