Maršálek wurde in Wien als Sohn eines tschechischen Arbeiterehepaars geboren und erlernte den Beruf des Schriftsetzers. Schon früh für die Ideale des Sozialismus begeistert und Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend, schloss sich Maršálek 1936 der Roten Hilfe an und kämpfte im Wiener Untergrund gegen den faschistischen katholischen Ständestaat. Von 1964 bis zur Pensionierung 1976 war er Leiter der Gedenkstätte und des Museums Mauthausen. Alles, was heute in der KZ-Gedenkstätte passiert, basiert auf seiner Arbeit. Zuletzt war er Oberpolizeirat und Hofrat.

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  • Maršálek wurde in Wien als Sohn eines tschechischen Arbeiterehepaars geboren und erlernte den Beruf des Schriftsetzers. Schon früh für die Ideale des Sozialismus begeistert und Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend, schloss sich Maršálek 1936 der Roten Hilfe an und kämpfte im Wiener Untergrund gegen den faschistischen katholischen Ständestaat. Nach seiner Einberufung zur Wehrmacht floh er nach Prag und war dort in der sozialdemokratischen Emigrantenorganisation tätig.Zur KPÖ übergewechselt, ließ er sich 1940 zu einem halsbrecherischen Grenzübertritt von Prag nach Wien überreden;dort sollte er Leute für Sabotageakte anwerben. Seine Tarnung - er besuchte unter seinem richtigen Namen die Handelsakademie und arbeitete in einer Druckerei - flog aber auf, und so wurde er im Frühjahr 1941 von der Gestapo in Prag verhaftet. Nachdem Maršálek die Tortur der polizeilichen Maßnahmen und das gegen ihn angestrengte Verfahren überstanden hatte, wurde er im September 1942 ins KZ Mauthausen verbracht; dort gelang es ihm aufgrund seiner beruflichen Vorkenntnisse, bereits nach wenigen Wochen in der Schreibstube des Lagers unterzukommen. Ab Mai 1944 wurde er Lagerschreiber. Maršálek war federführend an der politischen Widerstandsordnung der Häftlinge des KZ Mauthausen beteiligt und organisierte gezielt rüstungsrelevante Sabotageakte und Häftlingsverlegungen. Im Rahmen der engen Möglichkeiten gelang es ihm und seiner Organisation auch, den Häftlingen praktisch zu helfen und Fragen der Gesundheit und der Ernährung besser zu regeln als zuvor. Kurz vor der Befreiung des Lagers wurden dann auch weitgehend chaotische Zustände zumindest innerhalb des Lagers vermieden. Nach der Befreiung im Mai 1945 arbeitete Maršálek von Ende Mai 1945 bis 1963 als Kriminalpolizist mit besonderem Auftrag für das Österreichische Innenministerium und half unter anderem, Kriegsverbrecher und NS-Funktionäre auszuforschen und einem geordneten Verfahren zuzuführen. Im Jahr 1946 heiratete er Anna Vavak, die selbst im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert war und zeitweise im Siemenslager Ravensbrück Zwangsarbeit verrichtete. Von 1964 bis zur Pensionierung 1976 war er Leiter der Gedenkstätte und des Museums Mauthausen. Alles, was heute in der KZ-Gedenkstätte passiert, basiert auf seiner Arbeit. Zuletzt war er Oberpolizeirat und Hofrat. Maršálek war maßgeblich an der Gründung der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen und des Comité International de Mauthausen beteiligt und war bis zu seinem Tod in führenden Funktionen tätig. Maršálek starb am 9. Dezember 2011 im Alter von 97 Jahren in Wien. Die Bestattung erfolgte am 30. Dezember 2011 in der Feuerhalle Simmering. Seine Urne wurde im dortigen Urnenhain im Familiengrab (Abt. 5, Gruppe 9, Nr. 323) beigesetzt. (de)
  • Maršálek wurde in Wien als Sohn eines tschechischen Arbeiterehepaars geboren und erlernte den Beruf des Schriftsetzers. Schon früh für die Ideale des Sozialismus begeistert und Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend, schloss sich Maršálek 1936 der Roten Hilfe an und kämpfte im Wiener Untergrund gegen den faschistischen katholischen Ständestaat. Nach seiner Einberufung zur Wehrmacht floh er nach Prag und war dort in der sozialdemokratischen Emigrantenorganisation tätig.Zur KPÖ übergewechselt, ließ er sich 1940 zu einem halsbrecherischen Grenzübertritt von Prag nach Wien überreden;dort sollte er Leute für Sabotageakte anwerben. Seine Tarnung - er besuchte unter seinem richtigen Namen die Handelsakademie und arbeitete in einer Druckerei - flog aber auf, und so wurde er im Frühjahr 1941 von der Gestapo in Prag verhaftet. Nachdem Maršálek die Tortur der polizeilichen Maßnahmen und das gegen ihn angestrengte Verfahren überstanden hatte, wurde er im September 1942 ins KZ Mauthausen verbracht; dort gelang es ihm aufgrund seiner beruflichen Vorkenntnisse, bereits nach wenigen Wochen in der Schreibstube des Lagers unterzukommen. Ab Mai 1944 wurde er Lagerschreiber. Maršálek war federführend an der politischen Widerstandsordnung der Häftlinge des KZ Mauthausen beteiligt und organisierte gezielt rüstungsrelevante Sabotageakte und Häftlingsverlegungen. Im Rahmen der engen Möglichkeiten gelang es ihm und seiner Organisation auch, den Häftlingen praktisch zu helfen und Fragen der Gesundheit und der Ernährung besser zu regeln als zuvor. Kurz vor der Befreiung des Lagers wurden dann auch weitgehend chaotische Zustände zumindest innerhalb des Lagers vermieden. Nach der Befreiung im Mai 1945 arbeitete Maršálek von Ende Mai 1945 bis 1963 als Kriminalpolizist mit besonderem Auftrag für das Österreichische Innenministerium und half unter anderem, Kriegsverbrecher und NS-Funktionäre auszuforschen und einem geordneten Verfahren zuzuführen. Im Jahr 1946 heiratete er Anna Vavak, die selbst im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert war und zeitweise im Siemenslager Ravensbrück Zwangsarbeit verrichtete. Von 1964 bis zur Pensionierung 1976 war er Leiter der Gedenkstätte und des Museums Mauthausen. Alles, was heute in der KZ-Gedenkstätte passiert, basiert auf seiner Arbeit. Zuletzt war er Oberpolizeirat und Hofrat. Maršálek war maßgeblich an der Gründung der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen und des Comité International de Mauthausen beteiligt und war bis zu seinem Tod in führenden Funktionen tätig. Maršálek starb am 9. Dezember 2011 im Alter von 97 Jahren in Wien. Die Bestattung erfolgte am 30. Dezember 2011 in der Feuerhalle Simmering. Seine Urne wurde im dortigen Urnenhain im Familiengrab (Abt. 5, Gruppe 9, Nr. 323) beigesetzt. (de)
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  • Maršálek wurde in Wien als Sohn eines tschechischen Arbeiterehepaars geboren und erlernte den Beruf des Schriftsetzers. Schon früh für die Ideale des Sozialismus begeistert und Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend, schloss sich Maršálek 1936 der Roten Hilfe an und kämpfte im Wiener Untergrund gegen den faschistischen katholischen Ständestaat. Von 1964 bis zur Pensionierung 1976 war er Leiter der Gedenkstätte und des Museums Mauthausen. Alles, was heute in der KZ-Gedenkstätte passiert, basiert auf seiner Arbeit. Zuletzt war er Oberpolizeirat und Hofrat. (de)
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