Die DAZ (im Untertitel Die Leipziger Andere Zeitung) war die erste unabhängige Wochenzeitung der DDR, die vom 17. Januar 1990 bis zum April 1991 erschienen ist. Der Connewitzer Kreuzer, aus dem das monatlich erscheinende Stadtmagazin kreuzer hervorgegangen ist, erschien erstmals als Kulturbeilage der DAZ.

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  • Die DAZ (im Untertitel Die Leipziger Andere Zeitung) war die erste unabhängige Wochenzeitung der DDR, die vom 17. Januar 1990 bis zum April 1991 erschienen ist. Der Connewitzer Kreuzer, aus dem das monatlich erscheinende Stadtmagazin kreuzer hervorgegangen ist, erschien erstmals als Kulturbeilage der DAZ. Herausgeber war die DAZ Zeitungsgesellschaft mbH. Die DAZ war eine Entwicklung der Leipziger Nachwendezeit. Anhänger des Neuen Forums entschlossen sich, eine unabhängige Zeitung herauszugeben, nicht zuletzt weil der Zeitungsmarkt in Leipzig von Blättern ehemaliger DDR-Parteien, allen voran die Leipziger Volkszeitung der SED, beherrscht wurde, die nach 1990 von westdeutschen Konzernen aufgekauft wurden. Heidi Bohley, Mitbegründerin des Neuen Forums, war Redakteurin der DAZ. Auch Christian-Hans Schulz, Mitgesellschafter des kreuzer, gehörte dieser Redaktion an. Chefredakteur war Jan Peter, später Mitgründer und Herausgeber des kreuzer. Die DAZ war aber kein Verlautbarungsorgan des Neuen Forums, sondern strukturell und inhaltlich unabhängig. Als Leipziger Wochenblatt berichtete die DAZ über aktuelle Politik, Wirtschaft, Kultur und Soziales; ihr Inhalt umfasste auch Öko- und Frauenseiten. Für die Leipziger Bürgerbewegung in jener Zeit war die DAZ ein wichtiges Informationsmedium, das Nachrichten verbreitete, die so in den großen Zeitungen nicht zu lesen waren. In der Anfangszeit erreichte die DAZ eine Auflage von 40 000. Das Blatt brachte Stasi-Enthüllungen, Umweltthemen, Subkultur, Rathausskandale, Wendeverlierer und anderes aus der Perspektive des normalen Bürgers. Zu den Problemen der Wendezeit schrieb DAZ-Redakteur Wolfram Kempe: "Bei den neuen Medien musste 1990 nicht mehr mit dem untergehenden System die Auseinandersetzung geführt werden, vielmehr wurde gegen die Erscheinungsformen des Anschlusses der DDR an die Bundesrepublik angeschrieben, gegen die Arroganz der geschichtlichen Sieger, gegen Raub- und Glücksritter und Wendehälse. Alles in allem tapfer, aber auf verlorenem Posten. Und zu spät." Sinkende Verkaufszahlen bereiteten der DAZ ein frühes Ende. Slogan der DAZ war: „Im Westen nichts Neues. Im Osten die DAZ.“ (de)
  • Die DAZ (im Untertitel Die Leipziger Andere Zeitung) war die erste unabhängige Wochenzeitung der DDR, die vom 17. Januar 1990 bis zum April 1991 erschienen ist. Der Connewitzer Kreuzer, aus dem das monatlich erscheinende Stadtmagazin kreuzer hervorgegangen ist, erschien erstmals als Kulturbeilage der DAZ. Herausgeber war die DAZ Zeitungsgesellschaft mbH. Die DAZ war eine Entwicklung der Leipziger Nachwendezeit. Anhänger des Neuen Forums entschlossen sich, eine unabhängige Zeitung herauszugeben, nicht zuletzt weil der Zeitungsmarkt in Leipzig von Blättern ehemaliger DDR-Parteien, allen voran die Leipziger Volkszeitung der SED, beherrscht wurde, die nach 1990 von westdeutschen Konzernen aufgekauft wurden. Heidi Bohley, Mitbegründerin des Neuen Forums, war Redakteurin der DAZ. Auch Christian-Hans Schulz, Mitgesellschafter des kreuzer, gehörte dieser Redaktion an. Chefredakteur war Jan Peter, später Mitgründer und Herausgeber des kreuzer. Die DAZ war aber kein Verlautbarungsorgan des Neuen Forums, sondern strukturell und inhaltlich unabhängig. Als Leipziger Wochenblatt berichtete die DAZ über aktuelle Politik, Wirtschaft, Kultur und Soziales; ihr Inhalt umfasste auch Öko- und Frauenseiten. Für die Leipziger Bürgerbewegung in jener Zeit war die DAZ ein wichtiges Informationsmedium, das Nachrichten verbreitete, die so in den großen Zeitungen nicht zu lesen waren. In der Anfangszeit erreichte die DAZ eine Auflage von 40 000. Das Blatt brachte Stasi-Enthüllungen, Umweltthemen, Subkultur, Rathausskandale, Wendeverlierer und anderes aus der Perspektive des normalen Bürgers. Zu den Problemen der Wendezeit schrieb DAZ-Redakteur Wolfram Kempe: "Bei den neuen Medien musste 1990 nicht mehr mit dem untergehenden System die Auseinandersetzung geführt werden, vielmehr wurde gegen die Erscheinungsformen des Anschlusses der DDR an die Bundesrepublik angeschrieben, gegen die Arroganz der geschichtlichen Sieger, gegen Raub- und Glücksritter und Wendehälse. Alles in allem tapfer, aber auf verlorenem Posten. Und zu spät." Sinkende Verkaufszahlen bereiteten der DAZ ein frühes Ende. Slogan der DAZ war: „Im Westen nichts Neues. Im Osten die DAZ.“ (de)
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  • Die DAZ (im Untertitel Die Leipziger Andere Zeitung) war die erste unabhängige Wochenzeitung der DDR, die vom 17. Januar 1990 bis zum April 1991 erschienen ist. Der Connewitzer Kreuzer, aus dem das monatlich erscheinende Stadtmagazin kreuzer hervorgegangen ist, erschien erstmals als Kulturbeilage der DAZ. (de)
  • Die DAZ (im Untertitel Die Leipziger Andere Zeitung) war die erste unabhängige Wochenzeitung der DDR, die vom 17. Januar 1990 bis zum April 1991 erschienen ist. Der Connewitzer Kreuzer, aus dem das monatlich erscheinende Stadtmagazin kreuzer hervorgegangen ist, erschien erstmals als Kulturbeilage der DAZ. (de)
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  • DAZ (Zeitung) (de)
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