Bedaium ist der antike Name von Seebruck im heutigen Bayern im Chiemgau. Die Siedlung gründete sich an der wichtigen Ost-West-Fernstraße zwischen Iuvavum (Salzburg) und Augusta Vindelicorum (Augsburg). Die Brücke lag direkt am Austritt der Alz aus dem Chiemsee. Der Ort erscheint mit verschiedenen Namen in antiken Werken. Claudius Ptolemäus nennt ihn Bedakon oder Badakon. In der Itinerarium Antonini erscheint er als Bidaio und in der Tabula Peutingeriana als Bedaio. Auf Meilensteinen in der Umgebung des Ortes wird der Name Bedaium genannt, so dass die Identifizierung sicher erscheint.

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  • Bedaium ist der antike Name von Seebruck im heutigen Bayern im Chiemgau. Die Siedlung gründete sich an der wichtigen Ost-West-Fernstraße zwischen Iuvavum (Salzburg) und Augusta Vindelicorum (Augsburg). Die Brücke lag direkt am Austritt der Alz aus dem Chiemsee. Der Ort erscheint mit verschiedenen Namen in antiken Werken. Claudius Ptolemäus nennt ihn Bedakon oder Badakon. In der Itinerarium Antonini erscheint er als Bidaio und in der Tabula Peutingeriana als Bedaio. Auf Meilensteinen in der Umgebung des Ortes wird der Name Bedaium genannt, so dass die Identifizierung sicher erscheint. Durch diverse Ausgrabungen kann man sich ein relativ gutes Bild von der antiken Siedlung machen. Dendrochronologische Daten eines Holzbaubefundes aus einer Grabung 1986/87 legen nahe, dass die Siedlung bereits um das Jahr 0 bestanden hat. Die erste Siedlung, auf der linken Seite der Alz bestand wahrscheinlich hauptsächlich aus Holzbauten. Ein zweiter Siedlungskern auf der anderen Seite der Alz entstand erst gegen 100 n. Chr. Schon im ersten Jahrhundert sind die Holzbauten durch solche aus Stein ersetzt worden. Es wurde auch eine Badeanlage errichtet. Durch Inschriften kann vermutet werden, dass es am Ort auch eine Benefiziarierstation gab. Eine besondere Rolle in dem Ort spielte der Kult des Gottes Bedaius, der bisher nur in der Umgebung des Ortes und im Ort selbst auf Weihesteinen belegt ist. Über sein Aussehen, seine Funktion und die genaue Lage seines Heiligtums ist nichts bekannt, doch scheint der Ort Bedaium durch dieses Heiligtum eine überregionale Bedeutung erlangt zu haben, was vor allem die zahlreichen Weihesteine zu Ehren dieser Gottheit belegen. Rund 400 Meter östlich des eigentlichen Ortes konnte in den Jahren 1972 bis 1974 eine Nekropole mit rund 250 Urnengräbern ausgegraben werden. Seit ca. 230 n. Chr. wurde die Gegend um Bedaium wiederholt von germanischen Einfällen heimgesucht. Es begann der Niedergang der Zivilsiedlung, die mit ca. 100 × 400 Meter (linke Alzseite) und ca. 100 × 100 Meter (rechte Alzseite) ansehnliche Ausmaße gehabt hat. Um 300 n. Chr. wurde schließlich ein Kleinkastell errichtet, das ein Quadrat von 26 Meter Seitenlänge bildete. Außerhalb des Kastells scheint noch bis ca. 350 n. Chr. eine kleine Zivilsiedlung bestanden zu haben. Danach zog sich die Bevölkerung anscheinend in das Kastell zurück. Nach 400 scheint der Ort ganz verlassen worden zu sein. Es gibt bisher keine Belege für eine Siedlungskontinuität in das Mittelalter. Siehe auch: Römermuseum Bedaium (de)
  • Bedaium ist der antike Name von Seebruck im heutigen Bayern im Chiemgau. Die Siedlung gründete sich an der wichtigen Ost-West-Fernstraße zwischen Iuvavum (Salzburg) und Augusta Vindelicorum (Augsburg). Die Brücke lag direkt am Austritt der Alz aus dem Chiemsee. Der Ort erscheint mit verschiedenen Namen in antiken Werken. Claudius Ptolemäus nennt ihn Bedakon oder Badakon. In der Itinerarium Antonini erscheint er als Bidaio und in der Tabula Peutingeriana als Bedaio. Auf Meilensteinen in der Umgebung des Ortes wird der Name Bedaium genannt, so dass die Identifizierung sicher erscheint. Durch diverse Ausgrabungen kann man sich ein relativ gutes Bild von der antiken Siedlung machen. Dendrochronologische Daten eines Holzbaubefundes aus einer Grabung 1986/87 legen nahe, dass die Siedlung bereits um das Jahr 0 bestanden hat. Die erste Siedlung, auf der linken Seite der Alz bestand wahrscheinlich hauptsächlich aus Holzbauten. Ein zweiter Siedlungskern auf der anderen Seite der Alz entstand erst gegen 100 n. Chr. Schon im ersten Jahrhundert sind die Holzbauten durch solche aus Stein ersetzt worden. Es wurde auch eine Badeanlage errichtet. Durch Inschriften kann vermutet werden, dass es am Ort auch eine Benefiziarierstation gab. Eine besondere Rolle in dem Ort spielte der Kult des Gottes Bedaius, der bisher nur in der Umgebung des Ortes und im Ort selbst auf Weihesteinen belegt ist. Über sein Aussehen, seine Funktion und die genaue Lage seines Heiligtums ist nichts bekannt, doch scheint der Ort Bedaium durch dieses Heiligtum eine überregionale Bedeutung erlangt zu haben, was vor allem die zahlreichen Weihesteine zu Ehren dieser Gottheit belegen. Rund 400 Meter östlich des eigentlichen Ortes konnte in den Jahren 1972 bis 1974 eine Nekropole mit rund 250 Urnengräbern ausgegraben werden. Seit ca. 230 n. Chr. wurde die Gegend um Bedaium wiederholt von germanischen Einfällen heimgesucht. Es begann der Niedergang der Zivilsiedlung, die mit ca. 100 × 400 Meter (linke Alzseite) und ca. 100 × 100 Meter (rechte Alzseite) ansehnliche Ausmaße gehabt hat. Um 300 n. Chr. wurde schließlich ein Kleinkastell errichtet, das ein Quadrat von 26 Meter Seitenlänge bildete. Außerhalb des Kastells scheint noch bis ca. 350 n. Chr. eine kleine Zivilsiedlung bestanden zu haben. Danach zog sich die Bevölkerung anscheinend in das Kastell zurück. Nach 400 scheint der Ort ganz verlassen worden zu sein. Es gibt bisher keine Belege für eine Siedlungskontinuität in das Mittelalter. Siehe auch: Römermuseum Bedaium (de)
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  • Bedaium ist der antike Name von Seebruck im heutigen Bayern im Chiemgau. Die Siedlung gründete sich an der wichtigen Ost-West-Fernstraße zwischen Iuvavum (Salzburg) und Augusta Vindelicorum (Augsburg). Die Brücke lag direkt am Austritt der Alz aus dem Chiemsee. Der Ort erscheint mit verschiedenen Namen in antiken Werken. Claudius Ptolemäus nennt ihn Bedakon oder Badakon. In der Itinerarium Antonini erscheint er als Bidaio und in der Tabula Peutingeriana als Bedaio. Auf Meilensteinen in der Umgebung des Ortes wird der Name Bedaium genannt, so dass die Identifizierung sicher erscheint. (de)
  • Bedaium ist der antike Name von Seebruck im heutigen Bayern im Chiemgau. Die Siedlung gründete sich an der wichtigen Ost-West-Fernstraße zwischen Iuvavum (Salzburg) und Augusta Vindelicorum (Augsburg). Die Brücke lag direkt am Austritt der Alz aus dem Chiemsee. Der Ort erscheint mit verschiedenen Namen in antiken Werken. Claudius Ptolemäus nennt ihn Bedakon oder Badakon. In der Itinerarium Antonini erscheint er als Bidaio und in der Tabula Peutingeriana als Bedaio. Auf Meilensteinen in der Umgebung des Ortes wird der Name Bedaium genannt, so dass die Identifizierung sicher erscheint. (de)
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